Gruppentherapie , intensiv, interpersonell, tiefenpsychologisch - Abendtermine dienstags- und donnerstags 20-22:30 Uhr

Gruppentherapie ist für jeden Teilnehmer eine spezielle Herausforderung und eine große Chance. Sich dieser Situation zu stellen birgt sehr viel Potenzial für persönliches Wachstum, für positive Entwicklung in zwischenmenschlichen Beziehungen, für eine Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die Teilnahme an der Gruppe führt zu Stärkung der eigenen emotionalen Intelligenz. Die Teilnahme hilft, Ängste zu überwinden, Hemmung abzubauen und Beziehungsmuster bzw. fehlende Beziehungskompetenz zu überwinden und damit auch nachhaltig depressiven Tendenzen entgegen zu wirken. Depression und Ängste stehen oft im Zusammenhang mit einem mangelhaften und unbefriedigendem Beziehungs,- und Sozialleben.

Die Gruppentherapie bietet zudem die Möglichkeit an verschüttet und verdrängte Gefühlsinhalte zu gelangen und diese zu verarbeiten. Dieser Faktor spiet eine Rolle bei Reaktionsweisen, Denkweisen im zwischenmenschlichen Bereich , welche auf traumatischen oder verstörenden Erlebnissen / Interaktionsmuster in der eigenen Kindheit zurückzuführen sind (Objektbeziehungstheorie) , bzw. mit bestimmten Erfahrungen / Erleben in der kindlichen Entwicklung im Zusammenhang stehen.

In der Gruppensituation werden diese Inhalte wieder reaktiviert. Sie spiegeln sich in der Art, wie wir mit anderen Menschen umgehen und interagieren. Die Untersuchung dieses Muster führt häufig zu dem verborgenen Gefühl und ermöglicht eine nachträgliche und befreiende Verarbeitung dieser Inhalte / Gefühle

Die Effektivität der Gruppentherapie beruht auf einer ganzen Reihe von weiteren Faktoren ( siehe Liste unten !).

Eine Gruppentherapie kann bei ganz unterschiedlichen Situationen sehr hilfreich sein. Hier einige der möglichen Ausgangssituationen, bei denen die Teilnahme an einer Gruppentherapie sehr zu empfehlen ist:

  • Wiederkehrende zwischenmenschlichen Problem. Sich wiederholende negative Beziehungsmuster im privat wie im Berufsleben und daraus resultierende Ängste und depressive Verstimmungen
  • Unterschiedliche Ängste (Soziale Angst, Angst vor Menschen zu sprechen, Panikattacken , Agoraphobie , Schwindel…) im Hintergrund diese Problematik stehen oft…
  • Störung des Selbstwertgefühls , des Selbstbewusstsein , Schwierigkeiten sich zu behaupten , für sich einzustehen , Konflikte auszutragen, depressive Tendenzen durch negatives Selbstbild
  • Depression und fehlende Lebenslust - diese steht oft auch im Zusammenhang mit einem scheitern im sozialen und zwischenmenschlichen Bereich, unbefriedigende Lebenssituation in Familie- und Beruf. Isolation und Einsamkeit , Abgeschittensein von tieferen Emotionen / Gefühlen und von anderen Menschen
  • Hypochondrische Ängste, welche im Zusammenhang mit Narzissmus und Selbstbezogenheit stehen können
  • Konfliktscheue und übertriebenes Harmoniestreben —> führt häufig zu Selbstverleugnung und Depression
  • Menschen die alles in sich „hineinfressen“ ,kann auch wirklich zu Übergewicht führen
  • Fehlendes Feingefühl im zwischenmenschlichen Bereich und daraus resultierende Schwierigkeiten in Beziehungs- und Berufsleben
  • Das Gefühl noch mehr aus dem Leben rausholen zu wollen , dass Gefühl zu haben das Leben zieht an einem vorbei
  • Phasen der Neuorientierung im Leben / Phasen des Wandels
  • ...

Aktuell gibt es in der Praxis zwei wöchentliche Abendtermine. Einmal am Dienstagabend (20-22:30) und einmal am Donnerstagabend (20-22:30).

Eine Aufnahmemöglichkeit besteht jeweils einmal im Monat, wenn nicht alle Plätze belegt sind. Bei interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit der PRaxis auf.

Die Gruppentherapie ist hochwirksam. Manche Klienten denken vielleicht, dass eine Gruppentherapie eine „Sparversion“ der Einzeltherapie darstellt. Jemand überlegt sich vielleicht, der Therapeut hat dann ja nur noch wenig Zeit für mich persönlich und schließt daraus, dass die Gruppentherapie keine gute Wahl für ihn sein kann. Diese Sichtweise greift aber viel zu kurz. In der Gruppe gibt es eine ganze Reihe von Faktoren und Synergieeffekte, welche die Gruppe sehr effektiv machen und Qualitäten in die Therapie einbringen, welche in einer Gruppentherapie nicht realisiert werden können. Die anderen Personen lösen mit ihrer Art und der Interaktion miteinander vieles in den Teilnehmern aus. Dies Inhalte können dann aufgegriffen und therapeutisch genutzt werden. Die Multiperspektivität durch andere Teilnehmer mit andere Lebenserfahrung, dass breite Feedback durch eine Gruppe sind sehr wertvolle Informationsquellen um persönlich voranzukommen. Die meisten Klienten, welche von der Einzeltherapie in die Gruppe gehen, empfinden diesen Wechsel nicht als Verlust, sondern als nächste Stufe und Bereicherung an wesentlichen Erfahrungen. Viele machen mit dem Wechsel in die Gruppe große therapeutische Fortschritte, die sich vorher so nicht einstellten.Zudem ist es auch möglich , die Gruppentherapie mit gelegentlichen Einzelsitzungen zu kombinieren, was sehr positiv sein kann. In der nun folgenden Liste finden Sie eine Reihe therapeutischer Faktoren, welches sich in der Wissenschaft und Forschung (vgl. Yalom) zur Gruppentherapie herauskristallisiert haben und welche sich auch in der Praxis immer wieder bestätigen.

Wirksame Faktoren in der Gruppentherapie:

  • Hoffnung (wecken) und Motivation: Die Erfahrung in der Gruppe, dass Erleben der Fortschritte andere Teilnehmer führt häufig zu einem direkt spürbaren positiven Effekt. Es führt zu einer positiveren Grundhaltung und mehr Zuversicht die Probleme bewältigen zu können. Gerade das Erleben von Teilnehmern ,welche schon weiter im Therapieprozess sind ist hierfür sehr förderlich.
  • Universalität des Leidens: Oft glauben Klienten vor der Therapie das kaum jemand ähnliche Probleme hat wie sie selbst, über die Menschen die Ihnen auf der Straße begegnen denken sie „warum geht es denen allen so gut und ich habe solche Ängste oder Gedanken“ . Treffen sie dann in der Gruppe auf die anderen Teilnehmer, sind Sie überrascht, nie hätten Sie gedacht, dass diese Menschen ebenfalls mit Gedanken , Ängsten, Gefühlen in ähnlicher Weise zu kämpfen haben obwohl Sie genauso aussehen wie die "von der Straße". Diese Erfahrung korrigiert etwas im inneren und lässt das „sich selbst für seine "Schwäche" niedermachen - sich selbst mit Unverständnis zu begeben“ nachlassen - eine veränderte mentale Haltung ist die Folge, welche die Therapie beflügeln kann.
  • Mitteilung von Informationen: Die Gruppe ist eine sehr reichhaltige Quelle von Informationen. Einmal durch den Therapeuten, z.B. überbestimmte Zusammenhänge , Techniken , zu erwartende Schwierigkeiten und Entwicklungen, aber auch durch die andern Teilnehmer. Die Gruppe liefert jedem Klienten eine Fülle von Perspektiven und Aspekten zu seinem Anliegen, sie liefert sehr hilfreiches Feedback darüber, wie man von den andern wahrgenommen wird, es kommen Inspirationen und Ideen, welche ausgetestet werden können und neue Wege eröffnen. Auch das Betrachten der Lösungswege andere aus der Gruppe gibt Informationen und stößt Lernprozesse an.
  • Altruismus / Selbstwert: Anfangs glauben Teilnehmer häufig, dass Sie den anderen nichts „geben“ können. Sie haben keinen hohen Selbstwert und glauben nicht an ihre Wirksamkeit. Zu erleben, wie die eigenen Statements und Wahrnehmung bei Themen der andern Teilnehmer aufgenommen werden und Entwicklung in Gang setzen, verändert auf Dauer die Wahrnehmung von sich selbst und stärkt das Selbstbewusstsein nachhaltig. Das Selbstbild verändert sich durch diese neue Erfahrung von sich selbst (emotional korrektive Erfahrungen ).
  • Korrigierende Rekapitulation der primären Familiengruppe: Unbefriedigende Erfahrung in der Ursprungsfamilie prägen uns nachhaltig. Sie führen zu bestimmten Erwartungshaltungen anderen Menschen gegenüber (Objektbeziehungstheorie), bestimmen die Art und Weise, wie wir auf Menschen zugehen oder verschlossen bleiben, wie viel Angst in unserer zwischenmenschlichen Kommunikation ist, welche uns blockiert / gehemmt macht . In der Gruppensituation werden diese „Voreinstellungen“ deutlich sichtbar und thematisiert . Dies führt teilweise dazu, dass alte unverarbeitet Gefühle / Erfahrungen auftauchen können, welche in der Gruppe verarbeitet werden. Ein weitere Aspekt ist das die Bewusstwerdung im Zusammenhang mit neuen Erfahrungen in der Gruppe dazu führt neue und flexiblere Umgangsformen zu entwickeln. Auf diese Weise können z.B. eingefahrene Muster gegenüber „Autoritäten“ oder auch „Frauen“ oder „Männern“ gegenüber überwunden werden.
  • Entwicklung Sozialer Kompetenz , Fertigkeiten im menschlichen Umgang: Innerhalb der Gruppe können neue Fähigkeiten erlernt und „trainiert“ werden. Es gibt z.B. Menschen, welche in der Interaktion dazu neigen „Dinge in sich hineinzufressen“. Sie fühlen Missmut über etwas aber statt es anzusprechen ziehen sie sich zurück aus der Beziehung. Andere meiden grundsätzlich Konflikte, sie wollen gemocht werden und meiden es daher für sich einzustehen. Manche sind zu weitschweifig im Erzählungen und kommen nicht auf den Punkt , sie ermüden ihr Gegenüber, was zu Desinteresse an ihrer Person führt und sie „langweilig“ macht... All dieses sind Punkte an denen neuen Fähigkeiten innerhalb der Gruppe und mit Unterstützung der Gruppe gelernt werden können. Die Gruppe bietet einen geschützten Rahmen Dinge anzusprechen und sich in anderen Verhalten und Reaktion zu üben.Die Gruppe kann auch dazu genutzt werden einen immer wieder auf bestimmtes Verhalten aufmerksam zu machen, welches man verändern möchte.
  • Imitationsverhalten / Nachahmung: Das Erleben von Erfolg innerhalb der Gruppe, Therapiefortschritte bei andern Personen regt dazu an ähnliche Verhaltensweisen für sich auszutesten und damit zu experimentieren. Manche Klienten oder auch der Therapeut, stellen ein Vorbild dar, weil Sie vielleicht selbstbewusst für sich einstehen, andere, weil Sie eine Offenheit zeigen , andere, weil Sie Verletzlichkeit in der Gruppe zulassen und man erlebt, dass es hilfreich ist und nichts Schlimmes passiert. All diese Beobachtungen fördern das austesten andere Verhaltensweisen und Reaktionsweisen in der Gruppe
  • Katharsis: Häufig kann es in der Gruppe zu intensiv emotionalen Momenten kommen, Teilnehmer sind oft selbst überrascht, dass Sie im Rahmen einer Gruppe so intensive Gefühle zulassen können bzw. das die Gruppe dies fördert. Das intensive Erleben vom Gefühlen ist oft Teil einer Verarbeitung von Gefühlen, die bisher nicht betätigt werden konnten oder verdrängt wurden. Das Erleben / Zulassen dieser Gefühle ist erleichternd und befreiend zugleich und kann ein wichtiger Faktor sein Probleme zu bewältigen und neue Wege zu finden
  • Existenzielle Faktoren: Zu unterscheiden , was veränderbar ist und was nicht, was akzeptiert werden muss und was nicht. Gleichzeitig ist es auch so, dass jeder Klient quasi neu und unbeschrieben in die Gruppe „geboren“ wird , dass heißt, die Art der Interaktion und Beziehung die Art wie andere den Klienten empfinden ist alles als Reaktion zu verstehen auf das, was der Klient in die Gruppe einbringt. Von daher ist es lohnend zu untersuchen, welche Position jeder in der Gruppe einnimmt und warum !? Was sind die Gründe ? Die Gruppe spiegelt dabei in der Regel auch das, was dem Klienten in der normalen Welt an Reaktion entgegenkommen ( die Gruppe ist der Mikrokosmos, die Welt der Makrokosmos) . Jeder ist daher auf eine direkte Art dafür verantwortlich, ob er z.B. sehr akzeptiert ist oder nicht , ob er gehör findet oder nicht , ob andere ihn gerne unterstützen oder nicht und man kann im Nachhinein immer untersuchen, warum das eine oder andere passiert und was für Veränderungen notwendig sind.
  • Interpersonelles Lernen: In der Gruppe zeigen Klienten ihre typischen Verhaltensweisen. Aber sie erfahren hier, oft im Gegensatz zur „normalen Welt“ eine detaillierte Rückmeldung ( Feedback) wie dieses Verhalten wirkt , was er für Reaktionen auslöst, wozu es führt. Das Feedback löst eine Selbstreflexion aus , welche zu positiven Veränderungen hinwirkt. Im Mikrokosmos der Gruppe können gleichzeitig neue Wege erprobt werden und auch hierbei die Reaktion und das Feedback der Gruppe eingeholt werden. Manchmal führen leichte Abweichung zu deutlichen Änderungen in der Reaktion und dem Feedback. Dieses Feedback ist gleichzeitig eine „emotional korrigierende“ Erfahrung für den Klienten und wirkt oft nachhaltig nach und unterstütz Änderungen im Verhalten. Wichtig ist dieser Lernprozess auch, weil viele Störungen z.B. des Selbstwertgefühls , von Ängstlichkeit, Minderwertigkeit , Depression , Abhängigkeit oder Narzissmus oft durch getröstet zwischenmenschliche Beziehung aufrechterhalten wird und in ihren Gründet. Das interpersonelle Lernen ist eine Art von Beziehungsarbeit welches unsere Beziehungsfähigkeit und emotionale Intelligenz fördert.
  • Gruppenzugehörigkeitsgefühl ( Gruppenkohäsion). Viele Klienten verfügen über negative Gruppenerfahrung in ihrer Vergangenheit. Sie fühlten sich vielleicht ausgeschlossen, unbedeutend, nicht erfolgreich in einer Gruppe ( wurden gemobbt oder ähnliches) . Diese negativen Erfahrungen bestimmten ihr aktuelles Verhalten gegenüber und in Gruppensituation. Die Erfahrung in einer Therapiegruppe ein wichtiges Mitglied zu sein und eine Zusammengehörigkeit zu erfahren kann sehr heilsam sein und den Weg freimachen für viele zukünftige positive Gruppenerfahrungen in andern Kontexten. Gleichzeitig ist die Gruppe mehr als die Summer ihrer Teile (Mitglieder). Eine Gruppe entfaltet eine andere Kraft und Dynamik als Einzelpersonen. Sie stellt für alles Teilnehmer ein Plus an Energie bereit.